Montag, 23. Juli 2012

Zum heutigen Frühstück mit großem Porridge, Kaffee und Sonnenschein der Tagesspiegel von gestern (Sonntag): Schönes Resumé von Peter von Becker zum Erfolg des vielleicht am schrecklichsten geschriebenen Buchs des Jahres "Shades of Grey" [, das mich einfach durch seine Dämlichkeit schon nach dem ersten Kapitel so peinlich berührt hat, dass ich nicht mal zu den Pornoszenen gekommen bin. (Wenn nicht bald ein gutgeschriebener Porno auf den Markt kommt, schreib ich selbst einen!)].
von Becker konkludiert:
"Der fast schon hysterische Hype um das „Geheime Verlangen“ berührt nicht nur die gemeinsamen Grenzen von Sex und Neurose oder den Zusammenhang von Porno, Trivialkultur und Kommerz. Es geht auch: um Glück und Gier. Glück, das meint hier wohl mehr als schiere Befriedigung. Gier, darin stecken auch Neugier, Phantasien, Sehnsucht. Das Irritierende aber bei dem aktuellen SM-Zirkus mit Kugeln, Ketten, Krallen ergibt sich weniger aus dem Dornengarten der Lüste als aus dem Run auf lauter instrumentale Hilfen. Internet und Virtualität ersetzen oft schon die leibhaftige Beglückung, nun suggerieren Nachahmung und Kommerzialisierung wiederum Surrogate. Es ist wie mit den Drogen: deren Ideal wäre die Glückspille. Sie zu schlucken – statt sich real zu lieben, zu ersehnen, zu berühren. Statt auch mal glücklich unglücklich zu sein. Die Schatten des Graus sind nur Schemen, das Buch des Lebens schlägt andere Seiten auf. Zum Grauen. Zum Glück."

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